Fly me to the Moon

Theater für Erwachsene

Zum Stück

Alle kennen die Mission der Mondlandung der Apollo 11 … aber wer kennt die Frauen, die daran maßgeblich beteiligt waren? Uns interessieren die Geschichten dieser unbekannten Heldinnen, die nicht im Rampenlicht standen und die nicht Teil des offiziellen Narrativs der Mondlandung waren:

Margaret Hamilton (Informatikerin, Leitsystem des Raumschiffs), Katherine Johnson (Mathematikerin, Flugbahn Berechnungen) und so viele andere sind in den Geschichtsbüchern oft nicht erwähnt und ihre Arbeit wurde erst spät gewürdigt. Ebenso die Mercury 13, ein Gruppe von Pilotinnen, die erfolgreich die Astronautentest bestanden haben, aber nicht im Astronautenprogramm berücksichtigt wurden.

Wir nehmen uns die Zeit, um eine vertraute Geschichte von Grund auf neu zu betrachten und neue Blickwinkel zu finden. Ein Mix aus Schauspiel, Objekttheater, Live Kamera, Schattenspiel und historischem Material erzählen ein etwas anderes Bild von den Hindernissen, die es für die Apollo 11 Mission auf ihrem Weg zum Mond zu überwinden galt.

ein galaktischer Mix aus Schauspiel, Tanz, Objekttheater, Live-Videos und medialen Einspielungen

Kronen Zeitung

eine charmant-wütende Revue

Kronen Zeitung

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Pressestimmen

Fly me to the Moon, Theater Feuerblau

Das Durchbrechen des Narrativs eines männlichen Heldentums im Weltraum

Das Kristallwerk wird ein wenig zum Weltall – wenn die Geschichte der Mondlandung von Anfang an erzählt wird – als Geschichte der Unsichtbaren: der Frauen, die daran beteiligt waren und wenn überhaupt erst spät dafür auch die verdiente Anerkennung fanden.

Dass am Anfang die Performerin Hanna Rath Putzutensilien von der Bühne entfernen muss, ist da nur konsequent. Schließlich ist es ihr Job, den etwas zerstreuten Moderator Klaus Seewald möglichst gut aussehen zu lassen. So wie auch die später sogenannten „Rocket Girls“, eine Gruppe von Mathematikerinnen und Ingenieurinnen, die in einer Zeit, als Software-Programmierung und die Leistungsfähigkeit von Computern noch in den Kinderschuhen steckten, mit Genialität und Kreativität diese Probleme überwanden.

Menschliche Computer bereiten den Weg ins All vor

So werden die Geschichten der „Computresses“ erzählt, die mehr als nur einfache Mathematikerinnen waren – sie waren vielmehr menschgewordene Computer an der Schnittstelle der damals noch nicht ausgereiften und fehleranfälligen Software und Hardware. Sie leisteten in den 50er und 60er Jahren im Hintergrund Pionierarbeit und wurden nicht immer mit dem notwendigen Respekt behandelt. Parallel dazu wird mit Objekten und Live-Kamera der Flug zum Mond inklusive Sound mit einfachen Mitteln nachgestellt, vom Start bis zur Rückkehr zur Erde, projiziert auf der halbdurchlässigen Wand, hinter der Hanna Rath performt. Sie spiegelt dabei mit ihrem Körper die Gefühle und die Lebenswelten dieser Frauen wider.

Astronautinnen, die nicht durften, oder die Vorherrschaft des weißen Mannes

Ein großes Thema sind auch die „Mercury 13“ – 13 Frauen, die Anfang der 60er Jahre auf private Initiative im Lovelace-Institute dieselben Astronauten-Tests wie ihre männlichen Kollegen absolvierten und diese teilweise sogar mit besseren Ergebnissen abschlossen, und als besser geeignet befunden wurden, weil sie u.a. als stressresistenter galten. Dabei wird auch auf die Details der Tests eingegangen, wie die Übungen in einem Wassertank, das Simulieren von Orientierungslosigkeit durch Eiswasser im Innenohr und das Simulieren von Strahlung durch die Verabreichung von Cäsium 137, während Hanna Rath und Klaus Seewald, diese in kurzen Szenen spielen oder performativ untermalen. Das Projekt wurde auf Betreiben des damaligen Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson eingestellt, mit der Begründung, dass dann ja alle Minderheiten Astronauten werden könnten.

Zwei weibliche Genies im Hintergrund

Das Zusammentreffen von Hanna Raths Performance und der Projektion des Mondflugs ist sehr faszinierend anzusehen, und so kommt es zu einem spektakulären Tanz-Duett mit der Mondlandefähre, das zeitweise fast wie ein Duell wirkt, während man dabei und zwischendurch und durch Stimmen aus dem Off erfährt, wie Margaret Hamilton eine revolutionäre Software schrieb, die auch menschliche Fehler berücksichtigte, weil ihre damals vierjährige Tochter Lauren, die immer mit ihr im Labor war, es schaffte, den Simulator abstürzen zu lassen, indem sie ein Programm zur Startvorbereitung auswählte, während der Simulator mitten im Flugmodus war. Und wie Katherine Johnson die komplexen Bahnberechnungen für das Rendezvous der Mondfähre mit dem Mutterschiff und den Wiedereintritt in die Atmosphäre bei der Rückkehr zur Erde durchführte. Beides Dinge, bei denen es nur eine Chance gibt. Dass dabei die Mondfähre auf dem Rücken einer Frau landet, wirkt sehr bezeichnend.

Eine faszinierende und informative Performance mit bitterem Ende: Führt die Zukunft der Raumfahrt zurück in die Vergangenheit?

Es gibt auch Hard Facts über Frauen, die es ins All geschafft haben, obwohl es nur sehr wenige waren: Trotz der Russin Valentina Tereschkowa, die 1963 als erste Frau ins All flog, Sally Ride, die 1978(!) als erste US-Amerikanerin im Weltraum war, der Italienerin Samantha Cristoforetti, der einzigen Frau im Astronautenkorps der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, und vielen anderen Frauen hinter den Kulissen, tut sich die Raumfahrt immer noch schwer mit ihrer weiblichen Seite, was auch in einem widerständigen Tanz-Duett von Hanna Rath und Klaus Seewald dargestellt wird. Auch wenn die Videos der späten Ehrungen von Margaret Hamilton und Katherine Johnson durch den damaligen Präsidenten Barack Obama 2015 und 2016 sehr berührend sind, so zeigt die Zukunft, dass die Raumfahrt wohl wieder in männlicher Hand ist, denn die NASA-Artemis-Crew für die nächste Mondlandung, derzeit geplant für Mitte 2027, besteht wieder aus vier Männern.

„Let’s stop this now! ”
Lyndon B. Johnson

„Let’s break the stereotypes and prove that brilliance knows no gender.”
Margret Hamilton

Kuma, Robert Goessl

Auch Frauen heben endlich ab

Theater Feuerblau zeigt „Fly me to the Moon“ im Grazer Kristallwerk

If you believe, they put you on the moon“, hat R.E.M. gesungen – nur einer von vielen popkulturellen Belegen dafür, dass die Mondmission als männliches Unterfangen in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Yuri Gagarin, Neil Armstrong, John F.Kennedy – das sind die Namen, die man heute mit der menschlichen Eroberung des Weltalls in Verbindung bringt.
Doch wo sind eigentlich die Frauen der Mondmission? Dieser Frage geht das Theater Feuerblau in der Produktion „Fly me to the Moon“ nach. Darin holt es die Pionierinnen der Raumfahrt vor den Vorhang – die Informatikerin Margret Hamilton etwa oder die Mathematikerin Katherine Johnson, die wichtige Grundlagenarbeit leisteten. Oder auch die sogenannten Mercury 13, eine Gruppe von Pilotinnen, die den Astronautentest teilweise besser absolvierten als ihre männlichen Kollegen – aber trotzdem nie abhoben.

Tänzern Hanna Rath und Schauspieler Klaus Seewald haben das Stück mit Monika Zöhrer entwickelt und nutzen für die Umsetzung einen galaktischen Mix aus Schauspiel, Tanz, Objekttheater, Live-Videos und medialen Einspielungen aus den vergangenen 70 Jahren. Das Resultat ist eine charmante Revue, die zugleich an übersehene Pionierinnen erinnert und das System anprangert, das sie so lange aus der historischen Wahrnehmung verdrängt hat.

Das Stück ist noch heute und morgen (jeweils 20 Uhr) im Grazer Kristallwerk zu sehen.

Kronen Zeitung, Christoph Hartner

 
 

Keine Mondlandung ohne Frauen

Das Theater Feuerblau erzählt die Geschichte weiblicher Raumfahrt.

Katherine Johnson war eine Mathematikerin, ohne die die Mondflüge von 1969 bis 1972 nicht möglich gewesen wären. Erst spät erfuhr sie eine offizielle Würdigung ihrer Leistungen. Die „Mercury 13“ waren eine Gruppe von Frauen, um 1960 für mögliche Raumflüge ausgebildet wurden, das Programm aufgrund politischen Widerstands von höchster Stelle aber wieder abgeblasen wurde.

Das Theater Feuerblau erzählt in seinem so lehrreichen wie optisch reizvollen Stück „Fly Me To The Moon“ die weibliche Geschichte der Raumfahrt. Klaus Seewald und die von der Kompanie subsTanz „ausgeborgte“ Hanna Rath bedienen sich in der Darstellung unterschiedlicher Mittel. So wird die Landung des „Eagle“ durch eine Kombination aus Objekttheater und Ausdruckstanz dargestellt. Am Ende steht die ernüchternde Erkenntnis, dass die Bemühungen um den selbstverständlichen Einsatz fähiger Menschen, egal welchen Geschlechts, in der Raumfahrt heute wieder bei Stand 1960 angelangt zu sein scheinen.

Kleine Zeitung, Andreas Stangl

Team

Spiel, Stückentwicklung
Hanna Rath, Monika Zöhrer, Klaus Seewald

Inszenierung
Monika Zöhrer, Klaus Seewald

Dramaturgie
Eva Wallensteiner

Komposition, Musik
Christof Ressi

Kostüme
Barbara Patter

Lichtdesign
Lorenz Meiler

Produktion
Theater Feuerblau

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