Denn sie wissen was du tust

Theater für Erwachsene

Zum Stück

„Nutzen Sie eine Fitness App, in der Sie Ihre gefahrenen Kilometer pro Tag nachvollziehen und Ihren Fitness Fortschritt messen können? Was, wenn Sie deswegen plötzlich zum Verdächtigen eines Verbrechens werden, weil Sie zweimal am Tatort vorbeifuhren?“

Ein investigativer Journalist recherchiert für seinen neuesten Artikel über Coltan, das in all unseren elektronischen Geräten verbaut ist und dessen Herkunft: dem Kongo. Das ist einem mächtigen Wirtschaftsunternehmen, das mit Rohstoffen handelt, ein Dorn im Auge. Es setzt alle Hebel in Gang, um ihn zu stoppen.
Kann das Unternehmen den „digitalen Fußabdruck“ des Journalisten gegen ihn verwenden?

Wenn Algorithmen Zusammenhänge herstellen, wo real keine sind, hält die Datenkrake ihre Opfer im Netz gefangen und zieht die Schlinge immer enger. Die digitale Selbstverteidigung beginnt!

Packend, schnell und bedrohlich entwickelt sich das Stück und stellt Fragen zwischen digitaler Überwachung und Algorithmen, zwischen News und Fake News.

Ein sehr empfehlenswertes Stück.

Kulturreferat der ÖH Uni Graz

Ein gelungener Thriller um Verschwörungsängste, Daten- und Rohstoffhandel.

Kleine Zeitung

Trailer

Mit der Originalmusik des Stückes von Christof Ressi.

Inputvortrag zum Thema
FAIRE ELEKTRONIK
06. Mai 2022

im Anschluss an die Aufführung.
Wir freuen uns, dass wir die Südwind Steiermark für eine Kooperation gewinnen konnten.

Südwind setzt sich schon seit vielen Jahren für faire Arbeitsbedigungen der Menschen in den Ländern des globalen Südens ein. Gerade in der IT-Industrie kommt es entlang der ganzen Lieferkette immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. René Schuster, Mitarbeiter von Südwind Steiermark gibt nach der Vorstellung am 6. Mai einen kurzen Input zum Thema Faire Elektronik.

Termine

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Pressestimmen

Wenn Daten zur Waffe werden

Das Theater Feuerblau zeigt mit „Denn sie wissen, was du tust“ im Grazer Kristallwerk einen gelungenen Thriller um Verschwörungsängste, Daten- und Rohstoffhandel.

Schockiert angesichts von Kindersklaven, die in kongolesischen Coltanminen schuften, recherchiert ein Investigativjournalist nach den Drahtziehern der Ausbeutung. Als er dabei einen Konzern aufstört, der seine zwielichtigen Geschäfte weiterhin diskret erledigen möchte, werden scheinbar harmlose Datenspuren, die der Reporter im Netz hinterlassen hat, zur Waffe gegen ihn – aus seiner digitalen Information lässt sich die Beteiligung an einem terroristischen Akt konstruieren. Merke: Die angeblich unbestechlichen Algorithmen sind jedenfalls instrumentalisierbar.

Zeitgenössische Verschwörungsängste, Welt- und Wirtschaftspolitik verwebt die gelungene Produktion zum effektreichen Thriller. Zumal dem streckenweise hyperbedeutungsvollen Text aus Reportagefetzen und innerem Monolog eine starke visuelle Ebene aus Live-Video, Film, Schauspiel, Bewegungstheater und Pantomime beigestellt ist. Besonders effektreich: wenn Darsteller Klaus Seewald mit seinem auf die Bühne projizierten digitalen Ich interagiert.

Kleine Zeitung, Ute Baumhackl

Die Gefahr der modernen Technologie

Unter dem Titel „Denn sie wissen was du tust“ tauchen die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Welt der künstlichen Intelligenz und digitalen Überwachung ein. In dem Stück, inszeniert vom Theater Feuerblau und aufgeführt im Kristallwerk, begleitet man einen investigativen Journalisten auf seinen gefährlichen Recherchen, der durch digitale Datenverfolgung und Überwachung schlussendlich in die Fänge eines Unternehmens gerät.

Nach monatelangem Warten auf das heißersehnte Wiedereröffnen der Theater und Spielstätten, ist dieses spannende Stück genau das Richtige, um sich mitreißen zu lassen. Das einstündige Theaterstück gibt Einblicke in das Leben eines Journalisten, der mit seiner Recherche Aufsehen bei einem großen Unternehmen erregt. Durch eine gelungene Inszenierung kann man den Nervenkitzel spüren, als der Journalist mehr und mehr ins Visier des Unternehmens gerät. Der gesellschaftskritische Standpunkt der Speicherung und Analysierung unserer Daten wird durch die Reise des Journalisten widergespiegelt. Zusätzlich werden die Gefahr und Macht dargestellt, die manche Unternehmen sowie einzelne Persönlichkeiten durch diese Daten erhalten.

Klaus Seewald spielt den Protagonisten des Theaterstücks, den die Zuschauer als Journalist auf seinem Weg von einfachen Recherchen bis in den Verhörraum begleiten. Voller Neugier und Wissbegierde beginnt seine Reise bei der Recherche über den Abbau von Coltan, das für die Konstruktion von elektronischen Geräten verwendet wird. Wegen seines Suchverhaltens und Aufenthalts im Kongo wird ein Unternehmen auf ihn aufmerksam und will mit allen Mitteln verhindern, dass der Protagonist Informationen über die Bedingungen des Coltan-Abbaus veröffentlicht.

Durch den digitalen Fußabdruck, den der Journalist aufgrund seiner Fitnessapp hinterlässt, wird er mit einem Bombenanschlag in Verbindung gebracht. Verhört und tagelang in einem Raum eingesperrt ist die einzige Stimme, mit der er kommunizieren kann, eine künstliche Intelligenz, die auf seine Mitschuld beim Verbrechen beharrt, denn „Die Daten lügen nicht!“

Der Protagonist lässt sich nicht einschüchtern und weigert sich zu garantieren, dass keine Details seiner Recherche an die Öffentlichkeit gelangen werden, denn das wäre unmenschlich. Und die Menschlichkeit ist es schlussendlich, die wir uns bewahren müssen!

Ein sehr empfehlenswertes Stück, das einem bewusst die Gefahr unserer modernen Technologie und die damit verbundene unüberlegte Weitergabe von persönlichen Daten vor Augen führt.

Kulturreferat der ÖH Uni Graz, Carina Pammer, Co Autorin: Teresa Zotter

Team

Schauspiel, Stückentwicklung
Monika Zöhrer, Klaus Seewald

Dramaturgie
Eva Wallensteiner

Komposition, Sound
Christof Ressi

Bühnenbild, Lichtdesign
Christina Bergner

Inszenierung
Monika Zöhrer, Klaus Seewald

Produktion
Theater Feuerblau